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Canon EF 135mm/2,8 Softfocus - Es muss nicht immer L-USM sein
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Es muss nicht immer L – USM sein
Ja klar es ist schon ein Titel der wieder viele Nörgler und L-USM Fans auf die Palme bringen wird, aber nicht jeder hat das nötige Kleingeld sich einen ganzen Fuhrpark von teuren L–USM Objektiven auf die Tasche zu legen. Also ein wenig suchen, schließlich muss doch eine Alternative geben die einen nicht sofort in den finanziellen Ruin und damit zur schieren Verzweiflung treibt. Klarstellung/Grundsätzliches Meinen Testbericht liegen keine allgemein gültigen Tests zu Grunde sondern spiegelt lediglich meine Meinung zu diesem Objektiv wieder. Vorab möchte ich hier aber trotz meiner obigen Aussage betonen, das die auf dem Markt angebotenen L-USM Objektive durchaus ihre Vorteile haben und somit sicherlich auch ihr Geld wert sind. Grundsätzlich geht es mir hier in diesem Testbericht nicht darum andere Systeme in Frage zu stellen oder zu sagen das es absoluter Blödsinn wäre sich diese zu kaufen und zu verwenden. Wer also die finanziellen Möglichkeiten hat sich ein solches Objektiv zu kaufen, wird bestimmt nichts falsch machen und für sein Geld ein sehr gutes Objektiv bekommen und hat somit den ersten Schritt in Richtung hervorragender Abbildungsleistung getan. Aber es geht auch anders, schließlich hat man auch früher, bevor es die neue USM Technik gab, hervorragende Objektive hergestellt. Eines dieser Objektive möchte ich euch hier gerne Vorstellen. Wichtig ist hier das man durch die Suche nach einer Alternative grundsätzlich auch Kompromisse eingehen muss. Hierbei war für mich wichtig das ich keine gravierenden Abbildungsleistungsverluste hinnehmen wollte. Im Gegensatz dazu gibt es für mich schon Bereiche bzw. Funktionen die ich an einem Portrait Objektiv nicht unbedingt haben muss. Geschichte / Markteinführung Die ursprüngliche Markteinführung des Canon EF 135/2,8 Softfocus war bereits 1987. Bewundernswert und das darf man ruhig hervorheben, ist die Tatsache das dieses Objektiv derzeit immer noch von Canon Produziert und Vertrieben wird. Das EF 135/2,8 SF ist ein wahrer Klassiker der Portraitfotografie. Sicher bei weitem nicht mehr auf dem neusten technischen Stand, aber was ist dran an diesem Objektiv das es immer noch zu Zeiten viel besser ausgestatteter L-USM Objektive von Canon im Sortiment gehalten wird. Sicherlich zuerst ist hier der große Preis unterschied. Das EF 135/2,8 SF kostet nur einen Bruchteil dessen was der Große L-USM Bruder kostet. Aber kann es auch, oder besser gesagt, inwiefern kann es was die Abbildungsleistung betrifft, mit den großen Objektiven aus dem Canon Sortiment mithalten? Dieser Frage möchte ich gerne mit diesem Testbericht nachgehen – was taugt dieses alte Objektiv und was bekommt man für sein teuer verdientes Geld? Canon EF 135/2,8 Softfocus Technik / Datenblatt Brennweite & Öffnungsverhältnis: 135mm / 1:2,8 Optischer Bildaufbau: 7 Linsen in 6 Gliedern Diagonaler Bildwinkel: 18° Fokussierung: Hintergliedfokussierung mit AFD Naheinstellgrenze: 1,3mm Filterdurchmesser: 52 mm Sonderausstattung: 2 Stufen Weichzeichner Gewicht: Größe: Der erste Eindruck / Technik Das EF 135/2,8 SF wird in der üblichen Standartverpackung aus dem Hause Canon geliefert. Das erste was mir auffiel, war das es ein recht hohes aber dennoch angenehmes Gewicht hat. Es liegt gut in der Hand und alle Funktionen lassen sich sehr gut und ohne Schwierigkeiten einschalten. Die Einstellknöpfe sind gut platziert, auch wenn der Autofocusschalter ungünstig vertieft eingebaut wurde. Der Softfocus Modus lässt sich gut einschalten und ist eine schöne zusätzliche Funktion und man sollte diesen ruhig mal ausprobieren. Sicherlich in der Zeit von Photo Shop & Co nicht unbedingt das muss an einem Objektiv, aber es ist interessant hierüber Bilder schon bei der Aufnahme zu gestalten, also das was der ambitionierte Fotograf grundsätzlich macht. Für alle analogen Fans ist dies noch einmal interessanter, spart man hier doch das ständige Filter wechseln und aufschrauben von Zubehör wodurch Dreck und Staub zwischen den beiden Elementen kommen kann. Der Motor ist im Vergleich zu anderen Objektiven der gleichen Klasse sehr leise. Im Gegensatz zu einem USM Motor ist er zwar hörbar, ist aber dennoch nur ein klein wenig lauter. Ein Nachführen der Schärfe nach erfolgten Autofocus ist leider nicht möglich – das EF 135/2,8 SF deaktiviert bei eingeschalteten AF den kompletten MF Bereich und somit dreht man ins leere. Der Autofokus sitzt präzise und schnell was das mitziehen auch bei beweglichen Motiven zum Kinderspiel macht. Hierbei sollte man aber grundsätzlich beachten das es ein Portraitobjektiv ist, was Menschen (Fahradfahrer usw.) in Bewegung ohne weiteres scharf stellen kann, aber ob dies auch für den Motorsport zutrifft (Formel 1 & Co) wird zu testen sein – hier empfiehlt sich sicherlich das L-USM. Die Schärfewiedergabe ist bereits bei Blende 2,8 sehr gut und sitzt auf dem Punkt genau. Für Portraits ist zwar eine Blende 2,8 manchmal recht nützlich, zumal wenn ich den Hintergrund so weich wie möglich ausblenden will bzw. muss. Für die allgemeinen Portraitarbeiten sind 2,8 aber schon recht knapp was den Schärfebereich betrifft – wer möchte schon die Augen gestochen scharf haben aber die Nasenspitze im leichten unscharfen wiederfinden – Abblenden ist bei solchen Fotoarbeiten daher völlig normal und ab Blende 4,5 kommt man auch wieder in den angenehmen Schärfebereich – ein Umstand an dem man auch nicht mit einem teuren L-USM Objektiv vorbeikommt und bei Zoom Objektiven unter Umständen – je nach Qualität noch größer ausfällt. Die Farbwiedergabe, Kontrast und das Bokeh dieses kleinen Objektiv sind sehr natürlich und wirken in jeder Situation ausgewogen. Ein Umstand bei dem sich dieses Objektiv in keiner Hinsicht vor seinem großen L – USM Bruder zu verstecken braucht. Einsatzbereiche Für ambitionierte Portraitfotografen ist die Brennweite von 135mm ein wahrer Augenschmaus. Durch die recht große Blendenöffnung (2,8) lässt sich hervorragend der Hintergrund frei stellen. Gesichter werden natürlich und ohne Verzerrung dargestellt. Weitere beliebte Portrait Brennweiten sind hier 50, 85 und 100mm. Im Studiobetrieb sind 135mm meist viel zu groß, hier empfiehlt es sich auf 50 und 85 mm zurück zu greifen. Bei der Oudoorfotografie sind 135mm gerade dann richtig wenn mit aufgestecktem Blitz zum aufhellen gearbeitet wird. Die recht große Brennweite erlaubt es dem Fotografen genügend Abstand zum Model zu wahren und das man nie Gefahr läuft das die Blitzlichtwirkung zu hart wirkt. Leider har Canon hier nicht an einer Gegenlicht Blende gedacht – diese wird zwar als Zubehör angeboten, beim Kauf des Objektives sucht man diese in der Verpackung aber vergeblich. Warum Canon gerade bei diesem Einsatzgebiet auf eine beiliegende Sonnenblende verzichtet finde ich sehr schade. Canon hat in diesem Objektiv einen zweistufigen Softfocus eingebaut der mittels innen liegender Scheiben automatisch in den Objektivbereich gestellt wird. Die Wirkung dieser Softfocus Variante ist sehr schön und variiert je nach Blendenöffnung und Sonnenlicht. Trotz verwendeten Softfocus stellt das Objektiv gewohnt schnell und präzise scharf und gibt dem Bild eine schöne verträumte Stimmung. Wie oben erwähnt sicherlich nicht das muss an einem Objektiv, aber Canon hat hier ein wenig Kreativität in den Objektivbau bewiesen der sich durchaus sehen lassen kann. Im Zusammenspiel mit anderen Effektfiltern ist hier fast nichts an Bildgestaltung unmöglich. Der recht große Mindestabstand von 1,3 Metern ist für ein Portrait Objektiv dieser Brennweite recht angenehm macht ein Arbeiten in fremden Fotothemen wie zB. der Makrofotografie so gut wie unmöglich – aber dafür wurde dieses Objektiv ja auch von vorne herein nicht gebaut. Fazit Das Canon EF 135/2,8 Softfocus ist ein solides Festbrennweiten Objektiv das sich hervorragend für den ambitionierten Portraifotografen und deren Aufgaben eignet. In Sachen Abbildungsleistung braucht sich dieses Objektiv nicht vor teureren Alternativen zu verstecken. Dennoch ist ein L-USM Objektiv den EF 135/2,8 SF natürlich technisch überlegen – ein Umstand der besonders dann zum Tragen kommt wenn ich persönlich und unkompliziert in die Scharfstellung eingreifen möchte. Auch was die Geschwindigkeit der Fokussierung betrifft ist die L-USM Serie klar im Vorteil. Die Geräuschkulisse ist zwar ein klein wenig lauter und ich würde es nicht als Flüstern sondern eher als Wispern bezeichnen aber auch hier ist das L-USM Objektiv klar im Vorteil. Zum Schluß kann man sagen das man für sein teuer verdientes Geld ein Objektiv bekommt mit sehr guter optischer Qualität. Wer hier auf einen superleisen Flüstermodus verzichten kann und auch auf das blitzschnelle Fokussieren das besonders bei Actionaufnhamen wichtig ist, aber bei der Portraitarbeit so gut wie keine Rolle spielt, wird hier ein klasse Objektiv bekommen und mehr als glücklich werden. Pro & Contra Vorteile: gute Verarbeitung, sehr leichte Handhabung, natürliche Farbwiedergabe und schönes Bokeh, trotz fehlendes USM Motors sehr leiser Betrieb, schnelle und Punkt genaue Fokussierung, zweistufiger integrierter Weichzeichner, sehr gute Schärfeabbildung, Contra: fehlende Gegenlicht Blende, AF/MF Schalter ein wenig ungünstig verbaut, Bedienungsanleitung nicht sehr ergiebig bzw. nicht in deutsch Weitere nützliche Testberichte zu diesem Objektiv: http://www.fredmiranda.com/reviews/showp...&cat=all&page=8 http://www.prime-junta.net/pont/Reviews/...Soft_Focus.html http://www.the-digital-picture.com/Revie...ens-Review.aspx Flickr Gruppen Pool: http://www.flickr.com/groups/93468811@N00/pool/ |